LEOCADIA

von Jean Anouilh

Nur drei Tage waren Prinz Albert von Trubetzkoi mit der einzigartigen Leocadia vergönnt.
Dann erdrosselte sich die Angebetete wohl versehentlich mit ihrem Schal.
Von nun an ist der Prinz untröstlich. Seine Tante, die Herzogin d’Andinet d‘Andaine , ersinnt das einzige Mittel, das den Schmerz zu lindern hilft. Sie lässt im weitläufigen Schlosspark alle Orte der Liebe rekonstruieren. Hier wartet nun das Personal Stunde um Stunde auf das Erscheinen des Prinzen, um im rechten Augenblick stets das gleiche Getränk mit den gleichen Worten zur gleichen Musik zu servieren und in einem absurden Szenario die Erinnerung an die grandiose Romanze wachzuhalten.
Die Illusion, in der der Prinz von nun an lebt, kann natürlich nur perfekt sein, wenn sich attraktive Damen einfinden, die für drei Tage die Verstorbene lebendig werden lassen. Eine von ihnen ist Amanda. Sie sieht Leocadia zum Verwechseln ähnlich und lernt mühelos wie diese zu gehen und zu sprechen.
Alles läuft bestens, bis Amanda beginnt, aus der Rolle zu fallen und unangenehme Fragen zu stellen, so dass die ‚große Liebe‘ in gänzlich neuem Licht erscheint.