Geschlossene Gesellschaft

von Jean Paul Sartre

Drei Menschen werden für die Ewigkeit in einem Raum zusammengesperrt.
Das ist die Hölle. Warum? Weil jeder davon abhängig ist, wie der andere ihn sieht.
Weil jeder durch den Blick des anderen festgelegt wird und in dem Bild gefangen ist,
das der andere sich von ihm macht. Die Versuchung, zu täuschen, zu locken oder wegzustoßen, zu erheben oder zu erniedrigen, zu beglücken oder zu verletzen, lässt sich kaum bändigen. Keiner mag allein sein. Keiner kann die Nähe der anderen ertragen.
Die wechselseitige Abhängigkeit macht jeden für jeden gleichermaßen zum Erlöser und zum Peiniger.
Jeder Augenblick ist gefährlich. Jedes Wort ist eine Waffe. „Die Hölle sind die anderen.“
Der Teufel wird nicht gebraucht.
„Also, machen wir weiter.“